Forschungsgruppe gdp
09.09.2010, 13:17
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Lebensmittelpraxis, 08.02.2008

Den Kunden auf den Fersen

Kundenlaufstudien sind ein wichtiger Baustein im Handelsmarketing: Sie können helfen, ladenlayout und platzierung dem sich ändernden Kundenverhalten entsprechend zu optimieren und die Umsätze zu steigen.

Jeder Einzelhändler hat zumindest eine Ahnung davon, wie Kunden beim Einkauf "ticken". Einige Ergebnisse aus der Konsumentenforschung sind inzwischen Allgemeingut geworden und finden in modernen Verkaufsflächen-Konzepten ihre Berücksichtigung. Ein Beispiel: die Rechtsorientierung. 68 Prozent der Kunden bewegen sich am liebsten entgegen dem Uhrzeigersinn entlang der äußeren Regale durch den Markt, sind also rechtshändig orientiert; bei Frauen ist dieser Rechtsdrall noch etwas stärker ausgeprägt als bei Männern.

Viele Händler wissen, dass Kunden sowohl am Anfang als auch am Ende ihres Einkaufsweges eine deutlich höhrere Geschwindigkeit vorlegen. Im unmittelbaren Eingangsbereich Ware zu platzieren macht also wenig Sinn, denn fast jeder Kunde stürmt erstmal ein gutes Stück in den Laden hinein. Die Obst- und Gemüseabteilung, meist vorne im Markt platziert, dient dann zur "Entschleunigung" des Kundenlaufs. In der Ladenmitte verfällt der Kunde sozusagen in einen "Stöber-Modus" und ist offen für zusätzliche Kaufanreize und damit für Impulsplatzierungen.

Bei immer mehr Handelsunternehmen setzt sich zudem die Erkenntnis durch, dass Kunden Gänge mit eingeschränkter Sicht (Tunnel-Gefühl) und dunkle Ecken meiden. Auch rechtwinklig angeordnete Regalreihen sind nicht sonderlich beliebt. Das wird beim Ladenbau inzwischen sowohl bei Länge und Höhe der Regale als auch bei der Anordnung auf der Fläche berücksichtigt. Doch reicht dieses Wissen aus, um Ladenlayout und Warenplatzierung so zu planen, dass Kunden in ihrer Suche unterstützt werden und der Umsatz steigt? „Nur wenn das Ladenlayout nach dem tatsächlichen Kundenverhalten und den Frequenzzonen ausgerichtet sei, kann das vorhandene Kaufpotenzial voll abgeschöpft werden“, betont Doreen Thal von der Hamburger Forschungsgruppe gdp. Das Unternehmen betreibt Handels-Marktforschung und Shopper Research und hat beispielsweise für Edeka Kundenlaufstudien durchgeführt.

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