Hamburger Morgenpost, 16.08.2011

HVV startet Kampagne zum Alkoholverbot

"Alkoholfreie Zone" - das gilt in knapp zwei Wochen in allen S- und U-Bahnen
sowie Bussen des HVV


Jetzt wird´s ernst - in knapp zwei Wochen beginnt das Alkoholverbot in allen Hamburger Bussen, S- und U-Bahnen. Jetzt startet der HVV eine Infokampagne mit Plakaten und Piktogrammen. Diese sollen in allen Zügen und Haltestellen für das Einhalten des Verbots sorgen.

Der HVV sei der erste große Verkehrsverbund in Deutschland, der dies unternehmensübergreifend einführe, sagte HVV-Geschäftsführer, Lutz Aigner, am Dienstag. Er erwarte, dass das Alkoholkonsumverbot ebenso gut akzeptiert werde wie das Rauchverbot.

Das Verbot gilt in allen U- und S-Bahnen und Zügen der AKN sowie deren Haltestellen und in Bussen. Zudem darf in Zügen des Metronom und der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (EVB) kein Alkohol getrunken oder in geöffneten Behältnissen mitgeführt werden. Nach einer „Verwarnphase“ droht Fahrgästen, die beim Trinken erwischt werden, ab 1. Oktober eine Strafe von 40 Euro.

Der Transport verschlossener alkoholischer Getränke ist den Angaben zufolge nach wie vor erlaubt. Auch könne jeder, der vorher etwas getrunken habe, weiterhin mit dem HVV fahren.

Mit ausschlaggebend für die Einführung war Aigner zufolge eine Umfrage, wonach 86 Prozent der Befragten sich für ein Alkoholkonsumverbot aussprachen. Dazu befragte die Forschungsgruppe gdp in einer repräsentativen Stichprobe 1.200 Menschen aus dem HVV-Gebiet, wie eine HVV-Sprecherin sagte.

Bei der Umsetzung wird laut Aigner auf Einsicht und Rücksichtnahme der Fahrgäste gesetzt. Das Sicherheitspersonal soll zusätzlich geschult und verstärkt am Wochenende sowie an belebten Bahnhöfen wie der Reeperbahn oder dem Hauptbahnhof eingesetzt werden, fügte Kay Uwe Arnecke, Sprecher der Geschäftsführung der S-Bahn Hamburg GmbH hinzu.

Facebook-Nutzer sorgten indes für Aufregung. Sie luden einen Tag vor Einführung der Geldstrafe am 30. September zum „HVV-Abschiedstrinken“. Bis Donnerstag sagten mehr als 3.500 Nutzer ihre Teilnahme zu. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagte Arnecke. Er vertraue auf die Einsicht der Fahrgäste.

Diejenigen, die dazu aufriefen, müssten damit rechnen, mit den Kosten konfrontiert zu werden, sagte er weiter. Die S-Bahn Hamburg bereite sich gemeinsam mit der Hochbahn und der Polizei auf den Termin vor. Es gebe allerdings keine Pläne, Strecken still zu legen oder Betriebe einzustellen.

Ansprechpartner:

Christa Braaß, Research Director

Dateien:
Mopo_16.08.2011_HVV_.pdf